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Was sind Angst - und Panikstörungen

(Quelle: depression-therapie-forschung.de)



Angststörung :
Ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen eine Person starke Angstreaktionen zeigt, obwohl es dafür keinen objektiven Grund gibt. Der Betroffene kann die Angst kaum oder nicht kontrollieren.

Panikstörungen :
Sind plötzlich auftretende Panikattacken, die mit einem starken Angstgefühl und körperlichen Reaktionen verbunden sind.

Phobien :
Äußern sich in starker Angst vor bestimmten Situationen und Objekten, obwohl der Betroffene weiß, dass diese Angst unbegründet ist.



Es gibt sechs Typen von Erkrankungen


Paniksyndrom mit oder ohne Agoraphobie :
Diese Patienten haben Angst- oder Panikanfälle oder dauerhaft die Sorge vor solchen Anfällen und ihren Konsequenzen. Beispiel für eine Frage in der Anamnese: "Leiden Sie manchmal unter plötzlichen und unerwarteten Angstanfällen, ohne dass eine tatsächliche Bedrohung vorliegt?"

Generalisiertes Angstsyndrom :
Diese Erkrankung wird diagnostiziert bei Patienten, die ständig exzessive Furcht und Sorgen haben, wenn sie mindestens sechs Monate anhalten. Beispiel einer Anamnesefrage: "Leiden Sie häufig unter übermäßig starken Sorgen, die Sie nicht kontrollieren können?"

Agoraphobie :
Diese Patienten vermeiden Situationen, in denen es für sie besonders unangenehm sein könnte, einen Angstanfall zu haben. Fragebeispiel: "Gibt es Situationen oder Orte, die Ihnen Angst machen, oder die Sie möglichst vermeiden?"

Sozialphobie :
Solche Patienten haben eine dauerhafte, unangemessene Furcht vor Situationen, in denen sie mit anderen Menschen zu tun haben. Beispielfrage: "Fürchten oder vermeiden Sie Situationen, in denen Sie von anderen Menschen beobachtet oder bewertet werden könnten?"

Spezifische Phobie :
Diese Erkrankung liegt dann vor, wenn Patienten eine exzessive Furcht vor bestimmten Objekten und Situationen haben, typisch sind Höhenangst oder Tierphobien. So könnte eine Anamnesefrage lauten: "Fürchten oder vermeiden Sie Dinge wie bestimmte Tiere oder große Höhen?"

Posttraumatische Belastungsstörung :
Sie liegt vor, wenn Patienten eine lang anhaltende Störung nach einem massiv belastendem Ereignis haben, etwa nach einer Vergewaltigung oder einem Gewaltverbrechen. Beispiel für eine Frage an Patienten: "Haben Sie ein extrem belastendes Ereignis erlebt, nach dem es Ihnen sehr schlecht ging?"



Jeder Mensch kennt das Gefühl der Angst. Diese Emotion ist eine völlig natürliche Reaktion auf eine mögliche Gefahr. Angst ist sinnvoll, da sie uns unter Umständen vor Gefahren bewahrt, indem wir etwa eine Situation vermeiden oder die Flucht ergreifen. Die schützende Alarmfunktion der Angst war schon immer (überlebens) wichtig.

Wenn Angst jedoch solche Ausmaße annimmt, dass sie jedes Denken, Handeln und angemessenes Fühlen blockiert, handelt es sich um eine krankhafte Störung, die auch mit Panikattacken verbunden sein kann. Dauert ein Angstzustand über eine längere Zeit an, kann die Angst zerstörerisch wirken und dem Betroffenen jede Lebensfreude nehmen. Die krankhafte Angst ist sehr eng verbunden mit depressiven Symptomen. Daher wird die Angsterkrankung in der Therapie genauso wie depressive Erkrankungen behandelt. Auch hier helfen in erster Linie Antidepressiva.

Wie bei der Depression liegt bei Angststörungen eine Störung im Gehirnstoffwechsel vor. Meist haben sie eine depressive Erkrankung als Ursache. Begleitet werden Angstanfälle meist von Atembeschwerden, Herzklopfen, Schmerzen in der Brust, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Kontrollverlust, Kontaktscheu (soziale Phobie), Todesangst, extreme Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Erschöpfungszustände etc. Wie bei der Depression wird der Betroffene von körperlichen Beschwerden gequält, für die es keine organische Ursache gibt.


Meist ist es so, dass bei Patienten, die über akute Ängste klagen, meist Symptome einer generalisierten Angststörung haben, die seit längerer Zeit schon vorhanden und für die bisher eine Behandlung scheinbar nicht erforderlich gewesen ist.

Ob Spinnenphobie oder Angst vor Menschenmengen: Je nach Form und Ausprägung kann eine Angststörung das Leben erheblich beeinträchtigen – manchmal sogar so sehr, dass man nicht mehr arbeiten oder das Haus verlassen kann. Mithilfe einer geeigneten Therapie ist eine Angststörung jedoch in vielen Fällen gut behandelbar.


Die Angststatistik


Wirksame therapeutische Maßnahmen


Eine Kombination der drei folgenden Therapieformen
hat sich als am wirkungsvollsten erwiesen:


Wie auch im Fall einer depressiven Erkrankung liegt der Therapie bei einer Angstkrankheit in der Behandlung mit Antidepressiva, die mit einer Psychotherapie verbunden und begleitet wird. Die Ursache ist eine Störung des Gehirnstoffwechsels. Hier greifen Antidepressiva an und wirken normalisierend. Auch bei Panikzuständen werden Antidepressiva erfolgreich eingesetzt.

In Gesprächen, am besten mit einem Psychotherapeuten, wird geschaut, ob Ursachen in der Lebensgeschichte den Angstzuständen zugrunde liegen. Es werden Verhaltensweisen vermittelt, um begründete Ängste besser ertragen zu können. Gemeinsam wird ein Programm erstellt, das dem Patienten Anweisungen gibt, wie er die falschen, ihn beeinträchtigenden Verhaltensweisen abtrainieren und durch günstigere ersetzen kann.

Kurzfristig können Panikanfälle mit Benzodiazepinen (Notfallmedikament) behandelt werden, jedoch müssen diese wegen der Suchtgefahr am besten innerhalb von ein bis drei Wochen wieder abgesetzt werden. Sie dienen nur der Akutbehandlung, es besteht die sonst die Gefahr körperlicher Schädigungen. Benzodiazepine sollten nur sehr zurückhaltend im Notfall verschrieben werden. Bereits bei der akuten Behandlung einer extremen Angststörung mit einem Benzodiazepin sollte gleichzeitig mit einer antidepressiven Behandlung begonnen werden.

Als sehr erfolgreich hat sich körperliche Bewegung erwiesen. So bringt zum Beispiel Sport oder Ausdauertraining positiven Auswirkungen.


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